Aktion „Saubere Landschaft“ in Landsberied 2018

Am Samstag, dem 14. April 2018, haben die 1. Bürgermeisterin Andrea Schweitzer und der Referent für Umwelt und Energie, Helmut Hoffmann, wieder zur Aktion „Unsere Saubere Landschaft“ eingeladen.

Aktion Saubere Landschaft 2018

Mehr als 50 jüngere und ältere Helfer haben sich bis 09:00 Uhr vor der Gemeindeverwaltung eingefunden. Auch Mitglieder der Jagdgemeinschaft haben sich wie jedes Jahr eingefunden, um auf den Gemeindefluren nördlich der Staatsstraße Müll zu sammeln.

Auf weitere vier Fahrzeuge verteilt haben sich die Sammler auf den Weg gemacht, um ihre Reviere rund um Landsberied vom Müll zu befreien. Die Runde zur S-Bahnhaltestelle in Schöngeising, die Ostroute über die Aicher Straße mit den Feldrainen nördlich und südlich davon, die Westroute mit den Parkplätzen beim Dorfwirt und den Feldrainen bei den Kiesgruben sowie die Nordroute entlang der Staatsstraße waren nach gut zwei Stunden abgefahren (oder besser gesagt, abgelaufen) und die Sammeltrupps zurück.

Bei einer netten, gemeinsamen Brotzeit mit Wiener-Würstchen mit Brezen und leckeren Getränken (Cola-Mix und Apfelsaft-Schorle) ging die Aktion dann zu Ende.

Heuer war der gesammelte Müllberg kleiner als in den Vorjahren. Alle Beteiligten hoffen, dass sich langsam mehr Umweltbewusstsein in der Bevölkerung durchsetzt.

Die großen Gegenstände der Vorjahre, wie Autoreifen, Autositze oder Großfolien waren heuer nicht zu finden. Die beiden größten Teile waren ein 3 m langes zölliges Rohr und ein 1,5m Stück eines verrosteten Doppel-T-Trägers. Ansonsten war wieder alles vertreten: Angefangen von Alu-Dosen, über alle möglichen Autoteile bis hin zu Zigarettenschachteln (leer und teilweise gefüllt), mit Plastik-/Alufolie.

Unsere jungen Helfer waren mit Feuereifer bei der Sache und haben so ganz nebenbei auch einiges gelernt:
Rauchen ist nicht nur für den Raucher ungesund, eine weggeworfene Kippe verseucht die Umwelt. Der Zigarettenfilter aus Celluloseacetat zersetzt sich erst nach Jahren, ist jedoch nicht giftig. Die eigentliche Umweltbelastung stammt von den Tabakresten sowie den im benutzten Zigarettenfilter enthaltenen Giftstoffen. Die Filter können bis zu 50 % des im Zigarettenrauch enthaltenen Teers zurückhalten (und folglich später an die Umwelt abgeben). Hinzu kommen die weiteren im Zigarettenrauch enthaltenen Stoffe, die in verschiedenen Anteilen vom Filter zurückbehalten werden sowie die im Resttabak enthaltenen Tabakzusatzstoffe. Belastet werden hauptsächlich Gewässer Aus einem Stummel können – beispielsweise durch Regen – knapp zwei Milligramm Nikotin in Böden und Gewässer gespült werden und eine Badewanne voll Wasser vergiften.

Auch die allseits sehr beliebten „Coffee to Go“-Becher und Getränkedosen aus Aluminium wurden achtlos weggeworfen. Solche Getränkedosen sind erst nach 80 bis 200 Jahren abgebaut. Da Aluminium auch sehr energieintensiv erzeugt werden muss, ist es doppelt wichtig Alu-Abfall ordentlich zu sammeln und zu recyclen.

Leider werden auch Glasflaschen in die Landschaft geworfen. Glas wird aus Quarzsand erzeugt, der nicht organisch ist. Es verrottet daher nicht. Eine Glasflasche kann bis zu 1 Millionen Jahre bestehen. Wird sie zerbrochen, stellt sie eine große Gefahr für Mensch (barfuß laufende Kinder) und Tier dar.

Enttäuscht war unser Sammeltrupp an der Staatsstraße. Viele Autoteile wurden gefunden (Rücklichter, Scheinwerfergläser, Seitenspiegel, Tankverschluss, Fußmatten, Chromleisten, Radkappe ...), aber leider kein Motor oder Getriebe, so dass kein eigenes Fundauto gebastelt werden konnte. Aber auch die gefundene Basisstation eines Telefons und ein Kochtopf waren eher nicht eBay-tauglich.

Mit besonderer Sorgfalt wurden die Plastikabfälle eingesammelt, größere und viele kleinere Teile (zerbrochene Joghurtbecher bis hin zu Plastiktüten). Man geht davon aus, dass Mikroorganismen nicht in der Lage sind, Kunststoffe vollständig zu zersetzen. Bis zu 450 Jahre benötigen eine Kunststoffflasche oder eine Wegwerfwindel, bis sie sich zersetzt haben. Plastik ist biologisch ‚inert‘, also sehr stabil und löslich, und daher auch kaum einer Mineralisation unterworfen. Das bedeutet, dass aus Plastikteilen und Folien mit der Zeit die gefährlichen Mikroplastikpartikel werden und diese zwar kontinuierlich kleiner, aber nicht vollständig abgebaut werden. Weltweit wird eine Anreicherung von Kunststoffen an Stränden, in Meeresstrudeln und Sedimenten beobachtet. Nicht nur Mikroplastik, sondern auch Plastiktüten sind problematisch. Seien Sie mutig und lehnen Sie die Plastiktüte beim Kauf entschieden ab.

(Bericht von Helmut Hoffmann, Umweltreferent der Gemeinde)