ENTSTEHUNG DER GEMEINDE LANDSBERIED

Via Julia Meilenstein Bischof Erchambert tauscht von den Grafen Adalperht gegen die Kirche zu Frauenberg bei Überacker Liegenschaften zu Landsberied. Dieses Beurkundungsdatum 19.Mai 853 ist jedoch nicht die Geburtsstunde des Ortes Lantbertesrieod. Die Existenz der zu diesem Zeitpunkt sicherlich bereits seit 1000 Jahren bestehenden alten römischen Konzularstrasse »VIA CLAUDIA ADRIANA« sowie archäologische Funde bestätigen den Hinweis (Obb. Archiv Bd. 2 Seite 611 Nr. 736 Auszug aus der Chronik Prof. Wörl Seite 47), Landsberied wurde um das Jahr 800 von dem edlen Lampert aus dem Wald gerodet. Es ist Aufgrund der in der Umgebung von Landsberied gefundenen Hockengräber aus der Jungsteinzeit und Hügelgräber aus der Bronzezeit vielmehr anzunehmen, dass auf deren Fluren bereits vorher Menschen gelebt haben.

Reste aus der Keltenzeit

Insbesondere die vorgefundenen Reste von sogenannten Viereckschanzen (Schutzwälle für Siedlungen und Gehöfte) lassen auf die Sesshaftigkeit von keltischen Siedlern ca. 1000 v.Chr. schließen. Nach Überlieferungen soll auf dem Schloßberg in der römischen Besatzungszeit ein Castell (römischer Wachturm) gestanden sein. Bei dem Hinweis auf eine Burg könnte es sich sowohl um eine keltische Erdburg als auch um eine spätere Burg des Ortsadels gehandelt haben. Auch wenn die Geschichte letztendlich keinen Aufschluss darüber zulässt, dürfte es sich bei der Rodung des edlen Lampert um das Jahr 800 um eine Erweiterung, einer bereits bestehenden keltisch - germanischen Siedlung, gehandelt haben.

Der Freisinger Bischof St. Lantbert (937 - 957), ein Abkömmling der Huosifamilie der Babo, (die Rodung des Babo der Ursprung von Babenried) nahm zusammen mit dem Augsburger Bischof St. Ulrich und dem Feldherrenmönsc Graf Ratho 952 am 1. Augsburger Konzil unter Papst Agapet dem und am Reichstag unter König Otto dem Ersten teil. Es ist zwar nicht bekannt in der wievielten Folge Bischof Lantbert Abkömmling der Huosifamilie der Babo war, die Rodung dürfte aber ebenfalls im 8. Jahrhundert stattgefunden haben.

Der Weiler Hirschthürl

Auch der Weiler Hirschthürl kann auf ein hohes Alter zurückblicken. Als erster Besitzer von Hirschthürl erscheint im Jahre 1147 der edle Otto von Altmanstein, der im Landkreis Riedenburg seine Burg hatte. Aus dem Traditionskloster des Klosters Tegernsee, also in dem Buch, in dem die Schenkungen von Laien an das Kloster eingetragen wurden geht hervor:
“Wir geben allen unseren Nachkommen bekannt, dass der edle Otto von Altmanstein, seinen Hof zu Hirschthürl gelegen, dem Altar des heiligen Quirin dargebracht hat. Adalbero von Starkertshofen hat dies bestätigt, dass Otto bereits auf dem Wege zum Kreuzzug gestorben war.”
Im Jahre 1275 erscheint Hirschthürl im Besitz von Kloster Altomünster und im Jahre 1450 im Besitz eines bayerischen Herzogs, der auf dem Schloss Landsberg lebte.